20. Nov. 2018

Haben Sie es schon gelesen? Lüneburg wird zur Zukunftsstadt! Die Freude ist groß bei der Hansestadt Lüneburg, der Leuphana Universität Lüneburg und allen, die am Prozess Zukunftsstadt Lüneburg 2030+ mitwirken, denn das Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat Lüneburg neben sechs weiteren Städten unter die Gewinner des bundesweiten Zukunftsstadt-Wettbewerbs gewählt. Wir gratulieren Bocholt, Dresden, Friedrichsstadt, Gelsenkirchen, Loitz und Ulm, unseren erfolgreichen Mitbewerbern! Eine Jury aus unabhängigen Experten hat das BMBF bei der Auswahl der Sieger unterstützt und schlug die sieben Zukunftsstädte aus den zuletzt 22 Bewerbungen vor. Gestartet war der Wettbewerb im Jahr 2015 mit rund 160 teilnehmenden Kommunen.

Jetzt sollen innerhalb von 3,5 Jahren und mit einem Budget von rund 1,5 Millionen Euro die von und mit zahlreichen Lüneburger*innen entwickelten 17 #LüneburgerLösungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung tatsächlich vor Ort erprobt und umgesetzt werden. Überzeugt hat die Jury unter anderem die Ausrichtung unseres Projekts an den international vereinbarten 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen, die schon seit dem Start des Städtewettbewerbs sowohl Grundlage als auch Leitlinie für das Projekt Zukunftsstadt Lüneburg 2030+ sind.

Wie und wann geht es los?

Aktuell läuft das Projekt Zukunftsstadt Lüneburg 2030+ in der Übergangsphase zwischen der im Juni abgeschlossenen Phase II und dem Start in die dritte, damit letzte und zugleich wichtigste Projektphase. Zunächst steht bis Ende 2018 die Ausarbeitung des formalen Förderantrags an. Er wird die 15-seitige Bewerbungsskizze, die im August 2018 als Wettbewerbsbeitrag eingereicht wurde, um zahlreiche Details zu den geplanten Realexperimenten erweitern. Im Rahmen der Realexperimente werden einzelne Lüneburger Lösungen nach und nach erprobt – wobei die Stadt Lüneburg als “Labor” für diese Experimente fungiert – und sollen schließlich verstetigt werden.

Anfang 2019 geht mit #LüneburgMaps bereits eine erste Lüneburger Lösung in die Umsetzungsphase, dank ebenfalls erfolgreicher Teilnahme am Ideenwettbewerb “Mobilitätskultur und Nachhaltigkeit” des Rats für Nachhaltige Entwicklung. Mit #LüneburgMaps soll die Entscheidung für umweltfreundliche Verkehrsmittel und gesundheitsförderliche Aktivitäten wie Laufen und Radfahren gefördert werden. Dazu wird eine offene, lokalspezifische Datenbasis geschaffen, die als Grundlage für Mobilitätsplattformen, Routing-Apps und Informationskampagnen zum Thema nachhaltige Mobilität in und um Lüneburg dienen soll. Die Lösung basiert auf Ergebnissen der Workshops zu den Themenfeldern Vernetzen und versorgen und Gemeinsam planen und entscheiden im November 2017 und wurde von Radverkehrsexpert*innen aus Stadt und Region, Wissenschaftler*innen sowie Vertreter*innen der Hansestadt gemeinsam entwickelt.

Parallel wird auf verschiedenen Ebenen an der Vorbereitung weiterer Realexperimente gefeilt. So sollen einige Experimente in zentrale städtische Planungsvorhaben eingebunden werden, die Umsetzung des Wohnprojektekontors nimmt bereits klare Konturen an und auch an der Ausgestaltung der #Servicestelle Ehrenamt in Kombination mit der Lösung #EhrenamtVernetzen wird aktiv gearbeitet. Nicht zuletzt sind auch Forschung und Lehre wieder aktiv dabei und überführen schon im aktuell laufenden Wintersemester einzelne Lösungen oder Experimente in Forschungsprojekte und Lehrveranstaltungen an der Leuphana. So widmet sich ein Seminar dem Thema Wohnen und den Fragestellungen, die hinter den damit verbundenen Lösungen #WohnenFürAlle und dem #Wohnprojektekontor stecken. Und im Forschungsprojekt Bridging the Great Divide werden interaktive Beteiligungsprozesse zur Ausgestaltung der Experimente zur #Klimaanpassung ihren Raum finden.

Stimmen aus Lüneburg

Das Projekt Zukunftsstadt Lüneburg 2030+ wird getragen durch eine große Bandbreite von Akteuren: Seit Projektbeginn im Jahr 2015 haben Mitarbeiter*innen der Hansestadt haben zusammen mit Wissenschaftler*innen und Studierenden der Leuphana sowie zahlreichen Akteuren der Lüneburger Stadtgesellschaft Visionen und konkrete Maßnahmen für ein nachhaltigeres Lüneburg entwickelt. Die erfolgreiche Zusammenarbeit soll auch in Phase III fortgeführt werden, wenn es an die Erprobung und Umsetzung der einzelnen Lüneburger Lösungen geht. Und das sagen Vertreter*innen aus Hansestadt, Universität und Zivilgesellschaft:

Das ist eine gute Nachricht für Lüneburg und eine Bestätigung für unser langjähriges Engagement um die Nachhaltigkeit. Vor allem freut es mich, dass mit dieser Entscheidung die gute Zusammenarbeit von Hansestadt, Leuphana Universität und übrigen beteiligten Partnerinnen und Partnern aus der Stadtgesellschaft bestärkt wird. Das ist eine echte Teamleistung, die wir jetzt als Team auch weitertransportieren möchten. Denn es geht schließlich darum, dass Bürgerinnen und Bürger, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung zusammen nun auch tatsächlich Projekte ausprobieren können, sei es zum Thema Beteiligung, sei es zum Thema moderne Mobilität oder auch Klimaschutz. Großartig, ich freue mich sehr.

Ulrich Mädge

Oberbürgermeister, Hansestadt Lüneburg

Das ist ein  Erfolg mit Perspektive. Er zeigt einmal mehr, wie fruchtbar die gute Zusammenarbeit zwischen Universität und Hansestadt ist. Nachhaltigkeit ist eines der großen Themen, mit denen sich die Leuphana in Forschung und Lehre beschäftigt. Uns ist es wichtig, das auf diesem Gebiet gewonnene Wissen in die Zivilgesellschaft einzubringen und in konkrete Projekte münden zu lassen. Daraus ergeben sich dann wieder neue Impulse für die Forschung.

Prof. (HSG) Dr. Sascha Spoun

Präsident, Leuphana Universität Lüneburg

Ein echtes Alleinstellungsmerkmal des Lüneburger Projekts ist, dass wir unsere Arbeit von Beginn an in Zusammenhang mit den Nachhaltigkeitszielen der UN gestellt haben. In so genannten Reallaboren, also möglichst praxisnaher Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft geht es nun an die Umsetzung. Die nächsten Schritte werden wir natürlich auch wieder gemeinsam mit der Steuerungsgruppe gehen und nach und nach unsere Pläne konkretisieren. Das ist ein großes Feld für innovative Maßnahmen.

Dr. Karl-Heinz Rehbein

Nachhaltigkeitsbeauftragter, Hansestadt Lüneburg

Für mich ist das Erreichen der letzten Wettbewerbsstufe eine schöne Bestätigung für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Hansestadt Lüneburg, das langjährige Engagement der Leuphana im Bereich Nachhaltigkeit und die erfolgreiche Arbeit, die Studierende, Lehrende und die Beteiligten aus der Hansestadt geleistet haben.

Prof. Dr. Daniel J. Lang

Nachhaltigkeitswissenschaftler und Projektverantwortlicher, Leuphana Universität Lüneburg

Wir freuen uns sehr darüber, dass das gemeinsame Engagement nun mit den entwickelten “Reallaboren” ins “TUN” kommt.

Susanne Puschmann

Architektin und Vorsitzende des T.U.N., Technik Umwelt Natur e.V.

Was bei DialogN Ende 2011 mit einer Plattform zur Vernetzung von Aktivitäten im Bereich der Nachhaltigkeit begann, findet nun endlich die notwendige Unterstützung, um all die tollen Ideen der vergangenen 7 Jahre umzusetzen, bzw. weiter zu fördern! Wir als ehrenamtlich tätige Bürger freuen uns sehr, gemeinsam mit der Stadt, der Leuphana und interessierten Bürgern & Initiativen, unser Lüneburg weiter nachhaltig voranbringen zu können!

Stephan Seeger

Architekt und, Vertreter des BürgerForums Zukunft Lüneburg

Ich freue mich sehr über den Zuschlag für Lüneburg. Nun hat unsere Stadt die Möglichkeit, Projekte zu testen, Lüneburger zu begeistern, die Herausforderungen und Chancen der Zukunft mit allen Beteiligten zusammen zu planen und anzuschieben.

Karl-Henning Hohmann

Inhaber der Ackermann Taschenmanufaktur, Vertreter des Lüneburger City Managements

Ein großer Dank gilt allen, die zu diesem großen Erfolg unseres gemeinsamen Projekts beigetragen haben. Sehr gern gehen wir auch den weiteren Weg ins Jahr 2030 und darüber hinaus mit Ihnen und euch gemeinsam!

Herzliche Grüße aus dem Projektteam Zukunftsstadt Lüneburg 2030+