Commoning als Nachhaltigkeitsprinzip – Das Gemeingut als Gutes für Alle

Commons sind gemeinschaftlich verwaltete Güter, die das Leben Aller verbessern könnten. Jeder trägt etwas dazu bei und jeder hat am Ende mehr davon.

Es ist das Jahr 2030. Sie steigen an der Haltestelle „Kurpark“ aus dem Bus. Für die Fahrt haben sie nichts bezahlt. Sie sind in einer Arbeitsgemeinschaft, die sich um den öffentlichen Verkehr kümmert. Zur Finanzierung der Verkehrsmittel geben die Nutzer_innen so viel sie wollen oder können. So wird niemand aufgrund von wenig oder gar keinem Einkommen ausgeschlossen. Schon seit zehn Jahren haben Sie kein Auto mehr. In der autofreien Stadt Lüneburg können Sie sich schneller fortbewegen und haben mehr Zeit  für Ihre Freunde.

Heute sind Sie auf dem Weg zum offenen Kunstatelier. Hier können Sie mit anderen Menschen Kunst machen. Während Sie gemeinsam Papier schöpfen, reden Sie mit einigen Freunden über die Zukunft des Ateliers. Für die ist jeder verantwortlich. Unterwegs setzen Sie sich auf eine Bank in den Kurpark. Die Sonne scheint auf die blühenden Wiesen mit vielen Bienen und anderen Insekten. Von den Bienenkästen zieht ein Geruch von süßem Honig an Ihnen vorbei. Auch die Wiesen und Bienenkästen sind Commons, also selbstverwaltet.

Sie ziehen Ihren Computer aus der Tasche und  loggen sich ins Kurpark WLAN ein. Das Internet, das sie nutzen, ist für jeden frei zugänglich. Dieses Netz funktioniert ohne einen zentralen Anbieter. Die Zugangspunkte sind von den Nutzern eigenständig organisiert.
Sie haben eine Mail erhalten, in der Sie über die Erfolge der internationalen Ausweitung von Commons informiert werden.

Wir leben aktuell in einer Welt, in der fast alle Güter Privat- oder Staatseigentum sind. Große Konzerne wie die Telekom kontrollieren das Internet. Geheimdienste wie die NSA spähen willkürlich die Allgemeinheit aus. Nur Druck von der Internetgemeinde konnte bis jetzt Einschränkungen der Netzneutralität verhindern.

Wir leben in Städten, in denen trotz Umweltzonen noch stark unsere Gesundheit gefährdet wird. Autos sind Hauptverursacher der schlechten Luft. Auf dem Land dominieren Monokulturen und Pestizideinsatz. Dadurch wurde unter anderem ein globales Bienensterben eingeleitet. Bienen sind essentiell für die Bestäubung von Pflanzen. Somit sind Sie sehr wichtig für unsere Nahrungsproduktion. Trotz der Abgase geht es Bienen in der Stadt oft besser als auf dem Land. Doch auch in der Stadt werden Wiesen zu oft gemäht. Außerdem gibt es zu wenig bienenfreundliche Blumen und Nistkästen.

In dem wir unsere Denkmuster ändern, ändern wir auch die Koexistenz mit der Welt. Nur indem wir respektvoll und reflektiert konsumieren, können wir etwas verbessern. Gemeingüter helfen dabei, da sie dem Menschen aufzeigen, dass die Natur auch ihnen gehört. Wenn jemand bewusst sein eigenes Gut zerstört, handelt er irrational. Da dies vielen klar ist, kann das Gemeingüterprinzip etwas bewirken. Darin liegt das Ziel der Commons.

Commons sind Beziehungen zwischen Menschen und Gütern. Diese Beziehungen sind geprägt durch eine gemeinsame Verantwortung für den Erhalt von Gütern, die  Kommunikation und Kooperation erfordert. Wichtig für das Prinzip der Commons ist, dass sich die Nutzer des Guts eigene Regeln zur Nutzung und zum Erhalt setzen. Somit bestehen Commons aus einem Gut, den Menschen, die es nutzen und erhalten und den Regeln, die sich die Gemeinschaft selber für die Nutzung gibt. Voraussetzung dafür ist eine Politik, die den Menschen einen gesetzlichen Handlungsspielraum ermöglicht. Denn ohne diesen können Menschen Commons-Projekte oft nicht vollständig umsetzen.

Aus dem Seminar:
Commons in Lüneburg – Utopie oder zukünftige Realität?

Seminarleitung:
Judith Gollata, Anna-Lena Rau, Ina Soetebeer

Seminarteilnehmer_innen:
Jacob Voß, Kristian Lauth, Karl Seiler, Kolja Huth, Anna-Lena Suchlich, Stefanie Höyns, Johanna Blumbach, Jil Niehusen, André Campbell, Rolf Lehnert, Tami Goseberg, Vicky Heijnk, , Sarah Sophie Klaffehn, Kevin Gerhard Burmester, Christina Emken, Ulla Taha, Omid Attarchy Ashraf, Stefanie Kindervater, Hannah Nürnberg, Kevin Ahlfeld, Daniel Gözübüyük, Sophia Schmid, Julia Weidenmüller, Larissa Bredenbals, Friederike Bärtling, Nadja Nehring, Sophia Hogeback, Amelie Kück

Pat_innen:
Friedhelm Feldhaus

Diese Vision trägt dazu bei, die folgenden Sustainable Development Goals in Lüneburg umzusetzen und zu fördern: