Jugenddelinquenz nachhaltig begegnen

Im Jahr 2030+ gibt es in Lüneburg kein Problem mehr mit Jugendkriminalität. Der Lüneburger Gesellschaft ist bewusste geworden, dass abweichendes Verhalten zur Entwicklung von jungen Menschen dazugehört, sie wieder vergeht und in den meisten Fällen „Bagatelldelikte“ entsprechen. Auffällig gewordenen jungen Menschen wird nicht mehr mit bloßer Repression begegnet, sondern mit  vor allem mit Nachsicht, Empathie und nachhaltiger Unterstützung.

Wie kam es dazu?

Im Rahmen des Projektseminars „Lüneburg 2030+: Wie wollen wir 2030 mit Jugenddelinquenz umgehen?“ entwickelten Studierende im Jahr 2015 verschiedene Visionen, wie Lüneburg im Jahr 2030 mit Jugendkriminalität umgehen sollte:

Verständnis, nachhaltige Reaktionen, mehr Prävention für straffällig gewordene Jugendliche mit dem Ziel einer langfristigen Senkung der Jugendkriminalität in Lüneburg.

Was geschah zwischen 2015 und 2030?

Primäre Präventionsprojekte – Straffälligkeit verhindern:

Ein eigenes Unterrichtsfach etabliert sich. Das „Leben“ getaufte Fach beschäftigt sich mit Wegen und Möglichkeiten der Konfliktbewältigung und bietet praktische Ansätze.

Die Leuphana Universität kooperiert mit den örtlichen Schulen. Schülerinnen und Schüler, die schon einmal mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, setzen sich im Rahmen eines sozialen Kompetenztrainings mit ihren Problemen auseinander. Die Arbeit mit den Studierenden bietet eine Grundlage, sich außerhalb der schulischen Zwänge mit diesem Problem zu befassen und alternative Wege zu finden.

Sekundäre Präventionsprojekte – für Risikogruppen

Schule und Jugendhilfe konzentrieren sich darauf, die oft belastenden Lebenslagen der auffälligen jungen Menschen zu verbessern und damit an den Ursachen für Delinquenz gezielt anzusetzen. Mit Hilfe von Workshops wird die Beziehung zwischen delinquenten Jugendlichen und ihren Eltern gefestigt, damit diese ein stabiles Gerüst für die Heranwachsenden bieten.

Tertiäre Prävention – Rückfälligkeit verhindern

Bei straffällig auffälligen Jugendlichen folgt häufig eine gerichtlich verordnete Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen. Eine Kooperation mit der Leuphana Universität schafft Abwechslung, indem sich Studierende im Rahmen ihres Studiums an einem Mentoren-Programm beteiligen. Jeweils ein Studierender und ein auffällig gewordener Jugendlicher bilden ein Team, um voneinander sowie miteinander zu lernen und Vorurteile abzubauen.

Auf diese Weise werden nicht alle auffälligen Jugendlichen erreicht. Es wird weiterhin Fälle geben, bei denen von richterlicher Seite Untersuchungshaft angeordnet werden muss. In der Untersuchungshaft wird den jungen Menschen von Studierenden abwechslungsreicher Schulunterricht angeboten. Ziel ist es, die Jugendlichen (wieder) für das Lernen zu begeistern. Der Unterricht erfolgt in Zusammenarbeit mit der Leuphana Universität, denn Schulbildung bedeutet ermutigende Perspektive und Abwechslung vom Haftalltag. Lehramtsstudierende haben die Möglichkeit, ihre erarbeiteten Kenntnisse in einem besonderen Umfeld anzuwenden.

Diese Projekte können einen nachhaltigen Umgang mit Jungenddelinquenz bewirken, und ein umdenken in der Gesellschaft.

Aus dem Seminar:
Wie wollen wir 2030 mit Jugenddelinquenz in Lüneburg umgehen?

Seminarleitung:
Sarah Jesse

Seminarteilnehmer_innen:
Anne Paulina Bade, Nicola Berger, Julian Thommy Böhme, Sophia Maria Brackland, Svenja von Hagen, Fiona-Marie Hawes, Kai Heidel, Lisa Marie Kasten, Carina Kossen, Raphael Kufner, Alexander Lange, Christian Lau, Richard Mendel, Emi Muminovic, Anne-Sophie Ostmeyer, Osman Öztürk, Moritz Paesche, Jannik Porath, Juliane Reich, Valentina Schlie, Florian Schmidt, Inga Schütt, Lucas Springer-Morenza, Nils Matti Thieme, Julia Warncke, Lena Weigoni, Charlott Wildrat, Francesca Luisa Wossmann

Pat_innen:
Frau Flaig (JVA Uelzen), Herr Ottmüller (Jugendrichter Lüneburg), Herr Kalisch (Leiter Albert-Schweizer-Werk Lüneburg), Frau Imme Konzack-Rempe, Kriminalpräventionsrat Lüneburg; Beauftragte für Jugendsachen bei der Polizeiinspektion Lüneburg), Herr Albers (Fachanwalt), Frau Dr. Hagemann (Jugendrichterin Uelzen), Herr Timmermann ( AJSD Soltau), Frau Neßelhut ( ehemalige Jugendrichterin)

Diese Vision trägt dazu bei, die folgenden Sustainable Development Goals in Lüneburg umzusetzen und zu fördern: