Light Up Lamberti

„Schön, wenn man sieht, dass sich hier etwas bewegt“, sagte eine Lüneburger Rentnerin, als sich der St. Lambertiplatz am 23. Januar 2016 von einer ganz anderen, neuen Seite zeigte.

Um die Vision 2030 für den Platz zu vermitteln, luden die Studierenden des Projekts „Stadtplanung – St. Lambertiplatz“ zum Event „Das Fest der kleinen Lichter – Light up Lamberti“ ein. Lebende „Litfaßsäulen“ suchten tagsüber das Gespräch mit Bürgern und Bürgerinnen in der Stadt zur Umgestaltung des Platzes, bevor in der Dämmerung Lichterzüge ausgehend von den drei bestehenden Kirchen den Platz bevölkerten. Die anschließende Lichterzeremonie – das Anzünden von 250 Feuertöpfen mit Kindern –  machte den Kirchengrundriss sichtbar und die historische Kirche des Platzes aus Licht, Feuer und Musik für ein paar Stunden wieder erlebbar.

Mit dem Event zusammen mit den Paten, dem Förderkreis St. Lambertiplatz, der Stadt Lüneburg, dem Architekturbüro Esfandiary dem Lichtkünstler Wolfgang Graemer, und den Musikern Daniel Gebauer, Rolf Pifnitzka und Felix Maier wurde das Ziel, durch Partizipation den Platz attraktiver zu gestalten, verfolgt. Denn einer Umfrage nach, wird der Platz in seinem jetzigen Zustand als unansehnlich und mit wenig Aufenthaltsqualität wahrgenommen. So bezeichnen Anwohnende ihn als „Hundewiese“ oder „Durchgangswiese“. Die Beteiligten haben das Ziel den Platz gemeinsam mit Bürgern zu einem Ort der interkulturellen Begegnung zu entwickeln und an die historisch prunkvolle St. Lambertikirche zu erinnern. Diese prägte über 600 Jahre das Lüneburger Stadtbild, bis sie 1860 wegen des zunehmenden Absinkens des Untergrunds Gefahr lief, einzubrechen und daraufhin abgerissen werden musste.

Seit 2013 wird dieses Projekt durch die Anwohnerin Frau Linde Meyer, Prof. Dr. Ursula Kirschner und diversen Seminargruppen entwickelt. Erste Entwürfe wurden bereits 2014 von einer interdisziplinären, studentischen Projektgruppe im Rathaus präsentiert. Brasilianische Austauschstudierende der Fachrichtung Architektur und Stadtplanung hatten zusammen mit Kulturwissenschaftsstudierende erste Konzepte kreiert und diese vorgestellt. Im Folgejahr wurden diese räumlichen Entwürfe und mögliche Nutzungsideen mit der Bevölkerung in der IHK diskutiert und weiterentwickelt.

Das Ergebnis langjähriger Bemühungen ist ein Platz, der sowohl durch seine Bepflanzung das Stadtbild Lüneburgs aufwertet, als auch nachhaltig die Gesellschaft zusammenführt. Erst vor vier Monaten verabschiedete die UN die „Sustainable Development Goals“, die nun durch das Projekt „Zukunftsstadt Lüneburg 2030+“ auf einer lokalen und regionalen Ebene umgesetzt werden sollen. In der Ausarbeitung des Projektes, wurde vor allem das Ziel, eine gerechte und freie Bildung für alle zu schaffen, verfolgt. Durch Informationsangebote auf dem St. Lambertiplatz sollen Menschen die Möglichkeit haben, sich mit dem historischen Hintergrund des Platzes auseinander zu setzen und über die Geschichte Lüneburgs zu lernen. Eine weitere Vision ist es, einen interkulturellen und intergenerativen Treffpunkt und Ort des Austauschs zu schaffen.

Aus dem Seminar:
Stadtplanung: St.Lambertiplatz Lüneburg

Seminarleitung:
Prof. Dr. Ursula Kirschner

Seminarteilnehmer_innen:
Thi Quynh Nhu Nguyen, Paula Walter, Semih Kaya, Anna Oldiges, Jussi Schmees, Helena Gerwin, Nele Schwedt, Gino Egbers, Alina Floors, Marcel Schlegel, Eyla Hasse, Ann-Marie Klöffler, Fenja Knetsch, Janina Mirkovic, Sophie Charlotte Lakeman, Julina Chibber, Hennes Lüdtke

Diese Vision trägt dazu bei, die folgenden Sustainable Development Goals in Lüneburg umzusetzen und zu fördern: