Nachhaltige Mobilitätsvisionen für Lüneburg 2030+

Wie sieht die Mobilität in Lüneburg von morgen aus? Unsere Projektgruppe hat sich mit der Entwicklung nachhaltiger Mobilitätsvisionen beschäftigt, die den Bedürfnissen der unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen in Lüneburg gerecht werden. Dazu haben wir zuerst heutige Schwachstellen sowie deren Ursachen identifiziert, um anschließend gemeinsam mit Bürgervertreterinnen und Bürgervertretern Lösungsansätze zu finden.

Wir befinden uns in Lüneburg im Jahr 2030. In den letzten 14 Jahren hat sich das Mobilitätskonzept der Stadt grundlegend verändert, was allen Bürgerinnen und Bürgern zugutekommt. Überall in der Stadt finden Sie das dunkelrote Lüneburg Mobil-Logo, das dem Lüneburger Verkehrsverband seinen hohen Wiedererkennungswert verleiht. Dazu gehören neben den Elektrobussen und barrierefreien Bushaltestellen auch das Car- und Bike-Sharing-Angebot, welches gerne von den jungen Lüneburgerinnen und Lüneburgern genutzt wird. Die älteren Bürgerinnen und Bürger greifen lieber auf den kostenlosen ÖPNV zurück, denn seitdem die Busse auch am Wochenende und spät abends regelmäßig verkehren, verzichten viele Lüneburgerinnen und Lüneburger komplett auf ein eigenes Auto. Sie tun das nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern auch, weil sie wissen, dass der Anbieter des ÖPNV aufgrund von Nachhaltigkeitsaspekten von der Stadt beauftragt wurde. Da sämtliche Buslinien inzwischen direkt über den Bahnhof geführt werden, gibt es nur noch einen Shuttleservice zwischen ZOB und Am Sande, der auf Grund seines Elektromotors kaum zu hören ist. Und weil die Innenstadt inzwischen komplett autofrei ist, können Sie in den vielen kleinen Cafés Ihre Mittagspause genießen, ohne von Lärm oder Abgasen gestört zu werden.

Wie sieht das aktuelle Mobilitätskonzept in Lüneburg aus? Neben baulichen Schwachstellen, wie beispielsweise an Bushaltestellen oder Fahrradwegen, fallen vor allem die Taktung bzw. die Fahrzeiten der Busse negativ auf. Auch die Forderung nach mehr Nachhaltigkeit im ÖPNV ist ein wichtiges Thema. Für die Stadt existiert ein Verkehrsentwicklungsplan von 1990, der stückweise erweitert wird. Jedoch mangelt es an einem umfassenden Gesamtkonzept, das über die städtischen Grenzen hinausgeht, also Lüneburg als Region betrachtet. Außerdem ist eine Mitbestimmung durch Bürgerinnen und Bürger bisher nur bedingt möglich. Die größten Hürden hierfür sind neben politischen Differenzen auch finanzielle Aspekte. Möchte man jedoch sämtlichen Bürgerinnen und Bürgern eine nachhaltige Mobilität zur Verfügung stellen, ist dies nur durch ein bürgernahes Gesamtkonzept möglich.

Für gemeinsame Lösungen ist eine Politik notwendig, die stärker nach den Meinungen und Vorstellungen der Bürgerinnen und Bürger fragt, um deren individuelle Bedürfnisse zu befriedigen. Es gilt das Bewusstsein für die verschiedenen Alternativen nachhaltiger Mobilität zu schärfen, insbesondere für die Nutzung des ÖPNV. Zu guter Letzt ist eine fairere Verteilung der finanziellen Mittel von Nöten, sowohl innerhalb der Stadt als auch auf Landes- und Bundesebene.

Zur Identifizierung der Interessen aller gesellschaftlichen Gruppen in Lüneburg haben wir uns an unterschiedliche Bürgervertreterinnen und Bürgervertreter aus dem Lüneburger Verkehrsausschuss gewandt. Gemeinsam haben wir in einem Workshop Probleme der nachhaltigen Mobilität in Lüneburg identifiziert und einzelne Visionen entwickelt, die diese Probleme beheben können. Bürgervertreterinnen und Bürgervertreter, die aus zeitlichen Gründen nicht an dem Workshop teilnehmen konnten, haben wir in persönlichen oder telefonischen Interviews die Gelegenheit gegeben, ebenfalls einen Beitrag zu unseren Visionen beizusteuern. Als Inspirationsquelle und Good-Practice-Beispiel diente uns dabei der Verkehrsverbund Vorarlberg aus Österreich, der durch das Erschaffen einer Corporate Identity die Fahrgastzahlen und die Zufriedenheit der Kunden steigern konnte.

Aus dem Seminar:
Die Zukunft gestalten: Transdisziplinäre Projektarbeit, Mobilität

Seminarleitung:
Matthias Bergmann, Insa Otte

Seminarteilnehmer_innen:
Finn-Ole Ellerbrock, Sassetta Harford, Paul Kreie, Hendrik Rohland, Femke Voß

Pat_innen:
Leo Demuth (VCD), André Knispel (KVG/Ver.di), Andreas Dobslaw (PI LG)

Diese Vision trägt dazu bei, die folgenden Sustainable Development Goals in Lüneburg umzusetzen und zu fördern: