Ganz schön kalt hier! Wärmeversorgung in Lüneburg 2030+

Draußen glitzert der Schnee. Schneeflocken setzen sich auf unsere Fensterscheibe. Wir sitzen im Winter in unserem Zimmer und uns ist wohlig warm. Unser Haus umhüllt uns wie eine warme, kuschelige Decke. Damit dies auch zukünftig noch möglich ist, entwickeln wir mit unserer Vision ein nachhaltiges Energiekonzept für Lüneburg. Einerseits beinhaltet dies eine umweltbewusste Energiebereitstellung, andererseits soziale Verträglichkeit in Form von geringen Kosten für die Endverbraucher_innen.

Die politisch festgelegte energetische Sanierungsrate von zwei bis drei Prozent ist optimistisch hoch gesetzt. Nach Henning Müller-Rost, Lüneburger Wohnungsbau GmbH, ist die Erhöhung der Sanierungsrate über ein Prozent aus betriebswirtschaftlichen Gründen unrentabel. Der Großteil der Häuser in Lüneburg ist vermietet, für Vermieter_innen fehlt jedoch der Anreiz zur Sanierung ihrer Gebäude.  Für Vermieter_innen lohnt sich die Sanierung nur, wenn die Notwendigkeit zur Instandhaltung des Baus besteht, da Energiekosten ohnehin von den Mieter_innen getragen werden. Die Sanierung würde zwar zu einer Verringerung der Wärmekosten führen, gleichzeitig jedoch eine Mieterhöhung zur Folge haben. Daher muss die Sanierung für ein nachhaltiges Energiekonzept nach Augenmaß behandelt werden und bei verschiedenen Gebäudearten danach unterscheiden, ob sich eine Sanierung lohnt.

Mehr Handlungsfreiraum bietet die Energiebereitstellung. Hierbei muss zwischen folgenden Gebäudearten unterschieden werden: Einfamilienhäuser mit geringem oder hohem Wärmebedarf, Wohnblocks und Altbauten. Je nach Gebäudetyp muss die Überlegung erfolgen, ob die zentrale oder dezentrale Wärmeerzeugung am geeignetsten ist. Für die dezentrale Erzeugung mit niedrigem Wärmebedarf eignet sich die Bereitstellung mit Stromeigenproduktion. Bei großem Wärmebedarf von Wohnblocks sind verschiedene Kraft-Wärme-Kopplungsformen wie etwa das Blockheizkraftwerk zu bevorzugen. Sie lassen sich mit konservativen Energien betreiben, vorzugsweise aber auch mit erneuerbaren Brennstoffen wie Biomethan und Windgas. Ein weiterer Ansatz ist die Erschließung neuer Wärmequellen durch Abwärmenutzung.

Im Hinblick auf die soziale Verträglichkeit der zukünftigen Wärmeversorgung ist auf die Kosten zu achten. Flexibilität in Form von steuerbaren Einheiten und die Energiespeicherung lässt in Zukunft wirtschaftliche Chancen erwarten und sich systematisch mit erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne ergänzen. Damit sich auch 2030 noch Schneeflocken an unseren Fenstern absetzen, während wir gemütlich zu Hause sitzen.

Aus dem Seminar:
Nachhaltige Wärmeversorgung Lüneburg 2030+ / Wie gelingt die Wärmewende?

Seminarleitung:
Wolfgang Ruck, Oliver Opel

Seminarteilnehmer_innen:
Zacharias Rubakis, Birger Pommerenke, Doro Loreen Knott, Hannah Lembcke, Menja Lindtner, Pia Rademacher, Jill Sophia Berlinghoff, Laura Steck, Paul Sandmann, Hendrik Zevenhuizen, Meike Rausch, Tim Zarnack, Kevin-Sabri Schankin, Christian Mayntz, Markus Schäfer , Franz Muncke, Ilker Kaya, Erkul Erkul, Patrick Bruns, Julia Nedoma, Danny Lüdemann, Malte Winnicker, Haci Güngör, Sina Sommerfeld, Marco Ritzmann, Jan-Ole Gehrke, Daniel Popp

Pat_innen:
Harald Gründel, Karl F. Werner, Nikolai Strodel, Henning Müller-Rost

Diese Vision trägt dazu bei, die folgenden Sustainable Development Goals in Lüneburg umzusetzen und zu fördern: