Es lebe das Miteinander – Tod dem Spielzeugfriedhof!

Ich gehe raus, schließe die Tür, drehe den Schlüssel im Schloss.

Die Straße ist erfüllt von kunterbuntem Kinderlachen, raffinierten Rätselratern, ehrgeizigen Entdeckern, talentierten Träumern, bedeutenden Baumeistern und magischen Musikern.  Sie ist erfüllt von spielenden Kindern. Erfüllt von Farben, Freiheit, Freundschaft und filmreifen Momenten. Frei von Spielzeugfriedhöfen. Spielzeug ist ein Gemeinschaftsgut, welches wie selbstverständlich untereinander verliehen wird. Es gibt ein breites Spektrum an verschiedenen Portalen und Einrichtungen – online wie offline. So kann Spielzeug nicht nur vor einem möglichen Kauf ausgiebig getestet und beliebig oft ausgetauscht, sondern auch kostengünstiger genutzt werden. Ob die Familien für Vielfalt im Kinderzimmer tauschen und leihen oder aus finanzieller Not heraus weiß nicht nur keiner – es interessiert auch niemanden. 2030 verleihen Bibliotheken ebenso viele bezaubernde Bücher wie spitzenmäßiges Spielzeug; die Angebote im Internet locken mit exotischen Spielen und einer Lieferung direkt vor die Haustür. Ein afrikanisches Sprichwort besagt, es brauche ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen. Heute gibt es für ein Kind ein ganzes Dorf, eine Stadt, ein Land, einen Kontinent, eine Welt, ein Paradies voller Spiel- und Entfaltungsmöglichkeiten. Während früher auf Facebook sekündlich Fotos, Texte, Videos und Musik geteilt wurden, werden heute Spielzeuge und Werte geteilt. Ich lächle. Was wir damals in der Uni vorbildliche Vision nannten, hat heute bereits Tradition, ist selbstverständliche Schönheit des Alltags, kurz: Realität.

Shareconomy? Ein Kinderspiel.

Wie sieht es heute in den Kinderzimmern aus? Es befinden sich unzählige verschiedene Spielzeuge darin, von denen nur ein Bruchteil genutzt wird. Manche Spielzeuge sind uninteressant, weil sie nicht mehr dem Alter des Kindes entsprechen. Andere gefallen dem Kind nicht oder verlieren ihren Neuigkeitswert und werden nach einer kurzen Spielzeit in der Ecke liegen gelassen. Sie sterben einen stillen Tod auf dem Spielzeugfriedhof – eine Verschwendung von wertvollen Ressourcen. Auch können elektronische Medien zu einer Vereinsamung der Kinder führen, da weniger mit anderen gespielt wird. Die Folge ist, dass der Entwicklungsprozess des Kindes einseitiger gestaltet wird und Schwierigkeiten im Bereich des Miteinanders entstehen.

Damit wieder mehr Räume, Möglichkeiten und Zugänge zu geeignetem Spielzeug entstehen, benötigen wir ein Umdenken in unserer Gesellschaft. Hindernisse, die dem im Wege stehen, gilt es zu beseitigen. Eltern schreiben Spielzeugen eine wichtige Rolle in der Entwicklung von Kindern zu und versuchen ihnen einen Zugang zu geeignetem Spielzeug zu ermöglichen. Aber hier liegt oftmals ein finanzielles Problem vor, da nicht jeder pädagogisch sinnvolles und langlebiges Spielzeug bezahlen kann. Die Gesellschaft ist aufgefordert eine Lösung anzubieten. Es gibt bereits Einrichtungen, die Spielzeuge anbieten, sie sind jedoch oft nur mit Hilfe von Verleihgebühren oder Subventionen finanzierbar. Dies führt dazu, dass Familien aus ärmeren sozialen Schichten kein kostenfreier Zugang zu Spielzeug ermöglicht wird. Der Staat sowie Kooperationspartner aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft stehen in der Verantwortung, diese Einrichtungen zu unterstützen, damit der Traum einer ressourcenschonenden, barrierefreien Spielzeugnutzung Wirklichkeit werden kann.

Aus dem Seminar:
Nachhaltiger Konsum in Lüneburg, Entwicklung eines Projekts zur gemeinschaftlichen Güternutzung

Seminarleitung:
Daniel Fischer, Anna Sundermann

Seminarteilnehmer_innen:
Maike Eichner, Lina Lekaviviute, Nadja Garlipp, Livia Grzegorzak, Charlotte Dane, Tim Lüdtke, Svende Nitsch, Dennis Pfeiffer, Sarah Münter, Sina Thomsen, Rashad Khan, Lisa-Marie Meyer, Tom Dröse, Kathleen Bohmann, Jessica Riekenberg, Julius Angebauer, Maximilian Grimlitza, Olivia Vogée, Alina Hoyer, Valeska Vanheiden, Mareike Ammersken, Henrik Schneider, Pauline Kohlhase, Frida Mervecan Akinay, Yola Wolgast, Paul Bartels, Sonja Westphal, Elene Hadick, Svenja Rehwinkel, Dennis Abel

Pat_innen:
Thomas Lux

Diese Vision trägt dazu bei, die folgenden Sustainable Development Goals in Lüneburg umzusetzen und zu fördern: