Unser Leitbild – Lüneburg weiter denken

Es gibt nicht bloß die eine Erzählung Lüneburgs – nicht heute und auch nicht in Zukunft. Alle Menschen haben ihre eigene Perspektive auf die Stadt. Und sie alle sollen sich in den Inhalten des Leitbilds wiederfinden können. Das Leitbild für Lüneburg setzt sich daher aus mehreren Zukunftserzählungen zusammen, die jeweils eine positive Vision für die Stadt von morgen aufzeigen.

Alle vier Erzählungen ergänzen und überlagern sich. Sie zeigen mögliche Optionen der zukünftigen Entwicklung auf und bieten somit Anknüpfungspunkte für unterschiedliche Menschen und Perspektiven.
Das Zusammenspiel der vier Erzählungen gibt Orientierung für alle wesentlichen Felder der Stadtpolitik. Jede Erzählung beschreibt, wie sich Lüneburg in den nächsten 10 bis 15 Jahren entwickeln soll und zeigt anhand von Situationen im Stadtleben, wie das zukünftige Lüneburg aussehen könnte. Zu jeder Erzählung wurden Grundprinzipien formuliert, die als Leitlinien für das städtische Handeln gelten sollen. Darüber hinaus zeigen sie bereits mögliche nächste Schritte für das geplante integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) auf.

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Rückblick: Der Dialog zum Leitbild

Eine wesentliche Ambition des Lüneburger Leitbildprozesses bestand von Anfang an darin, weite Teile der Stadtgesellschaft in einen intensiven Gedankenaustausch über gemeinsame Zukunftsbilder der Stadt für das Jahr 2030 und darüber hinaus zu bringen. Das Leitbild soll schließlich breit getragen werden und auf einem gemeinschaftlichen Fundament ruhen. Allerdings wurde der Prozess durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie erheblich erschwert. Größere Veranstaltungen waren unter den geltenden Kontaktbeschränkungen nicht möglich. Der eigene Anspruch an Partizipation und öffentlichen Dialog ließ sich unter den Bedingungen einer Pandemie nicht einfach umsetzen. Das Projektteam hat daher einige Änderungen am ursprünglich vorgesehenen Ablauf vorgenommen und verstärkt auf digitale und dezentrale Dialogformate gesetzt.

WARUM EIN LEITBILD?

Lüneburg steht wie viele Städte weltweit vor großen Veränderungen. Bevölkerungswachstum, demografischer Wandel, Klimawandel, Wandel der Arbeit, Digitalisierung, Verkehrswende und die sich verändernden Bedürfnisse der Menschen vor Ort sind nur einige der vielen Aufgaben, denen sich eine Stadt in Zukunft stellen muss. Wie möchte die Hansestadt Lüneburg diesen Herausforderungen begegnen? Welchen Weg in die Zukunft soll sie einschlagen? Und welche Prioritäten soll sie dabei setzen?

Lüneburg blickt selbstbewusst nach vorn und will sich für die Aufgaben der Zukunft rüsten. Um auch in Zukunft lebenswert, attraktiv und krisenfest zu bleiben, hat der Rat der Hansestadt Lüneburg deshalb den Beschluss gefasst, gemeinsam mit der Stadtgesellschaft unter breiter Möglichkeit der Beteiligung ein Leitbild für die Gesamtstadt zu erarbeiten. Es soll als Kompass und Richtschnur für die nächsten 10 bis 15 Jahre dienen – als eine gemeinsam getragene Vorstellung davon, wie die großen Zukunftsaufgaben angegangen werden können und wofür die Stadt in Zukunft stehen soll. Diese wichtige strategische Ausrichtung kann ein gesamtstädtisches Leitbild leisten. Das Leitbild wurde von Sommer 2020 bis Sommer 2021 entwickelt und bildet die Grundlage für ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept, kurz ISEK, das im Anschluss erarbeitet werden soll. Während sich das Leitbild den übergeordneten Entwicklungsmöglichkeiten und Zielen der Gesamtstadt widmet, geht das ISEK ins Detail und fokussiert sich auf die Umsetzung: Es benennt konkrete Projekte, Fokusräume und Maßnahmen, um die Ziele des Leitbilds Wirklichkeit werden zu lassen.

Das Leitbild wurde vom Rat der Hansestadt Lüneburg am 29.09.2021 beschlossen.

EINBINDUNG IN GESAMTPROZESS

Unter der neuen Dachmarke „Lüneburg. Die Zukunftsstadt“ sind die Experimente und das Leitbild  nebeneinander versammelt. Auch inhaltlich sind beide Prozesse eng miteinander verknüpft. So sollen die Ergebnisse der Experimente in das Leitbild einfließen, damit die stattfindenden Veränderungen und die Erfahrungen in der Umsetzung der Experimente nicht nur heute sondern auch in der Zukunft wirksam sind.

FAQ

Stadtentwicklung wird immer komplexer. Große Zukunftsaufgaben wie der Klimawandel, die Digitalisierung oder die älter werdende Gesellschaft stellen viele Städte weltweit vor große Herausforderungen. Gleichzeitig befinden sich Städte zunehmend in einem Wettbewerb um Talente, Familien, Investitionen und Aufmerksamkeit. Um auch in Zukunft lebenswert, attraktiv und krisenfest zu bleiben, benötigt Lüneburg eine gemeinsam getragene Vorstellung davon, wie die großen Zukunftsaufgaben angegangen werden können und wofür die Stadt in Zukunft stehen soll. Diese wichtige strategische Ausrichtung kann ein gesamtstädtisches Leitbild leisten.

Bereits seit dem Jahr 2015 engagiert sich Lüneburg an der Seite der Leuphana Universität im Wettbewerb „Zukunftsstadt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit Ideen für die Stadt von morgen – vom gerechten Wohnen bis hin zur Schaffung von Grünoasen. Mit Erfolg, denn heute ist Lüneburg eine von bundesweit acht geförderten Städten dieses Programms und kann die entwickelten Ideen durch reale Experimente erproben. Kerngedanke aller dieser Experimente ist es, die Stadt durch Aktivitäten vor Ort konkret zu verändern.
Die Experimente konzentrieren sich also auf bestimmte Einzelthemen oder Räume und sollen schnelle und erfahrbare Ergebnisse erzielen. Lüneburg muss jedoch auch die langfristigen Herausforderungen und die Stadt als Ganzes in den Blick nehmen. Für diese Form der strategischen Planung entwickelt Lüneburg in einem mehrjährigen Prozess zunächst ein gesamtstädtisches Leitbild und im Anschluss ein sogenanntes Integrierte Stadtentwicklungskonzept (kurz ISEK), das die Ziele des Leitbilds in Projekte überführen soll.
Experimente und Leitbild (sowie später auch das ISEK) sind also sich gegenseitig ergänzende Zukunftsprozesse.

Unter der neuen Dachmarke „Lüneburg. Die Zukunftsstadt“ sind beide Prozesse nebeneinander versammelt und auf einer gemeinsamen Webseite dargestellt. Auch inhaltlich sind beide Prozesse eng miteinander verknüpft. So sollen die Ergebnisse der Experimente in das Leitbild einfließen, damit die stattfindenden Veränderungen und die Erfahrungen in der Umsetzung der Experimente nicht nur heute sondern auch in der Zukunft wirksam sind.

Der Prozess wird von der Hansestadt Lüneburg initiiert. Zuständig für inhaltliche und organisatorische Fragen ist der Bereich 34 – Nachhaltigkeit und Mobilität. Mit der Durchführung und Ausarbeitung des Prozesses wurde das Büro urbanista aus Hamburg beauftragt.